Europäisches Institut für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW)

 

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Paul J.J. Welfens: New Marshall-Lerner Conditions for an Economy with Outward and Two-Way Foreign Direct Investment

Paul J.J. Welfens: New Marshall-Lerner Conditions for an Economy with Outward and Two-Way Foreign Direct Investment

 

Summary

The international debate about trade imbalances often puts the focus on the role of domestic GDP/foreign GDP and the role of real exchange rate changes – with respect to the latter adjustment channel, the standard question is whether or not the Marshall-Lerner condition is fulfilled. With outward foreign direct investment (FDI) and inward FDI becoming increasingly important, the question about the real exchange rate impact on the trade balance has to be restated as imports are proportionate to real gross national income and this indeed implies a new Marshall-Lerner condition. It is shown that with outward cumulated FDI, the modified condition is stricter than the traditional case and with both outward FDI and inward FDI, the elasticity requirement is ambiguous. “FDI globalization” might go along with unpleasant trade imbalance problems so that additional empirical research is needed as well as stronger international policy cooperation as high trade balance deficits/high trade balance surplus positions could be rather difficult to correct through exchange rate adjustments only. Looking at the import elasticities for all partner countries of the US – or country x – together is quite misleading for policymakers.

 


Zusammenfassung

Die internationale Debatte zu Handelsbilanzungleichgewichten fokussiert häufig auf die Rolle von inländischem oder ausländischem Bruttoinlandsprodukt und die Rolle realer Wechselkursänderungen – dabei ist mit Blick auf letzteren Anpassungskanal ein gewichtige Standardfrage, ob die Marshall-Lerner Bedingung erfüllt ist. Mit der zunehmenden Bedeutung von Direktinvestitionsabflüssen und Direktinvestitionszuflüssen muss die Frage nach der Rolle des realen Wechselkurses mit Blick auf die Handelsbilanzreaktion neu gestellt werden, da die Güterimporte proportional zum realen Brutto-Nationaleinkommen sind; das bedeutet eine neue, veränderte Marshall-Lerner Bedingung. Gezeigt wird, dass bei kumulierten Auslandsdirektinvestitionen die modifizierte Bedingung strikter als die traditionelle Bedingung ist: Die Direktinvestitionsintensität, die ausländische Gewinnquote und die Größe des Landes relative zum Welteinkommen spielen nun zusätzlich eine wichtige Rolle. Hat man sowohl Zuflüsse wie Abflüsse bei Direktinvestitionen wird die Bedingung uneindeutig. “Direktinvestitions-Globalisierung” könnte von daher mit unerfreulichen Handelsbilanz-Ungleichgewichtsproblemen einhergehen, wobei zusätzliche empirische Forschung notwendig ist; ebenso zudem verstärkte international Politikkooperation, da hohe Defizit- oder Überschusspositionen kaum allein durch reale Wechselkursänderung zu korrigieren sind. Protektionismus-Politik, die zu Direktinvestitionen als Mittel zum Überspringen von Zollmauern führt, unterminiert die Handelsbilanzanpassung via reale Wechselkurse. Wenn man die Importelastizitäten für alle Handelspartner zusammen betrachtet, ist das irreführend für die Politik.

 

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