Europäisches Institut für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW)

 

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Paul J.J. Welfens: Techno-Globalisierung, Leitmärkte und Strukturwandel in wirtschaftspolitischer Sicht

Paul J.J. Welfens: Techno-Globalisierung, Leitmärkte und Strukturwandel in wirtschaftspolitischer Sicht

 

Zusammenfassung:

Die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen – inklusive hat in Verbindung mit der Digitalisierung der Wirtschaft neuen Anpassungsdruck erzeugt. Mit der zunehmenden grenzüberschreitenden Entwicklung von Forschungsaktivitäten von multinationalen Unternehmen und der grenzüberschreitenden Kooperation forschender Firmen – der Technoglobalisierung – hat die Globalisierung der Wirtschaft eine zusätzliche Dimension entwickelt. Chinas ökonomischer Aufstieg sorgt dabei für globale Mehrnachfrage, aber auch eine verschärfte internationale   Innovationskonkurrenz und zumindest zeitweise wurde u.a. von daher auch der Anreiz zu internationaler F&E-Kooperation gerade in OECD-Ländern gestärkt. Die Internationalisierung gibt einer internationalen Auswahl von Leitmärkten für Produktinnovationen neue Optionen und zugleich stellt sich die Frage, wie die Politik auf die veränderte Dynamik reagieren soll. Am Beispiel Österreichs sieht man mit Blick auf die Technoglobalisierung, dass auch kleine Länder durch gezielte Innovationsinternationalisierung via mehr Direktinvestitionen technologisch und ökonomisch aufholen können – ein möglicher Ansatzpunkt für eine neue Wachstumspolitik etwa der ostdeutschen Länder, aber auch von osteuropäischen EU-Beitrittsländern bietet sich an. Für Deutschlands westliche Bundesländer wäre eine stärkere Weltmarktorientierung und Fokussierung der Innovationsförderung wichtig, insbesondere in NRW. Eine Schwäche Deutschlands ist das Zurückhängen beim digitalen Breitbandausbau. Österreichs Probleme in der EU-Passivhaus-Vermarktung zeigen exemplarisch ökologisch-industriepolitische Defizite im EU-Binnenmarkt bzw. bei der EU-Leitmarktpolitik und der EU2020-Agenda. Innovationsorientierte Beschaffungsprogramme in EU-Ländern sind bislang wenig untersucht, dürften allerdings am ehesten in Verbindung mit Cluster-Initiativen erfolgversprechend sein. Technoglobalisierung erscheint als ein anhaltender Prozess, in den Deutschlands Wirtschaft eingebunden ist – mit besonderen Chancen, wenn es gelingt, mehr Hochtechnologiefirmen aus dem Ausland anzuziehen.

 

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