Europäisches Institut für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (EIIW)

 

European Institute for International Economic Relations

 

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Andre Jungmittag

Paul J.J. Welfens

 

Beyond EU-US Trade Dynamics: TTIP Effects Related to Foreign Direct Investment and Innovation

 

 

Summary:

The international economic debate on the Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) has focused mainly on trade induced real income gains while the FDI related and innovation induced benefits have been largely neglected, although the EU and the US are leading FDI host countries and FDI source countries. Moreover, from a theoretical perspective a knowledge production function has to be considered in order to analyze FDI and innovation dynamics – and this can then be linked to output and economic growth, respectively. The panel data estimation of knowledge production functions for 20 EU countries between 2002-2012 shows clear empirical evidence that a rise of the FDI stock-GDP ratio will raise patent applications. Additionally, a higher per capita income – that could reflect trade related real income gains in the context of TTIP – also contributes to more patent applications. Time series data analysis for Germany indicates additionally that FDI induced higher innovation dynamics will raise output. Combining trade benefits and FDI/innovation related real income gains plus transatlantic macroeconomic interdependency effects a real income gain of nearly 2% should be expected for both Germany and the EU as a whole: considerably higher than what the official TTIP report for the European Commission has suggested. The approach developed has broad implications for deep regional integration (TPP, TTIP).     

Zusammenfassung:

Die internationale ökonomische Debatte über ein transatlantisches Freihandels-und Investitionsabkommen (TTIP) hat im Wesentlichen die handelsinduzierten Realeinkommensgewinne betrachtet, während Vorteilseffekte aus Direktinvestitionen und Innovationen vernachlässigt worden sind – obwohl sowohl die EU als auch die USA führende Quellen- und Zielländer von Direktinvestitionen sind. Darüber hinaus ist aus theoretischer Sicht eine Wissensproduktionsfunktion zu betrachten, um die Direktinvestitions- und Innovationsdynamik zu analysieren; diese kann dann verbunden werden mit Produktions- bzw. Wachstumseffekten. Die vorgelegte Paneldatenschätzung für eine Wissensproduktionsfunktion für 20 Länder zwischen 2002-2012 zeigt eine deutliche positive Evidenz für eine Verbindung von Direktinvestitionsbestand – relativ zum Bruttoinlandsprodukt – und Patentanmeldungen. Darüber hinaus ergibt sich, dass ein höheres Pro-Kopf-Einkommen – dies könnte handelsbedingte Realeinkommensgewinne im Kontext von TTIP abbilden – ebenfalls zu mehr Patentanmeldungen führen. Die Zeitreihenanalyse für Deutschland zeigt außerdem, dass höhere Innovationsdynamik wachstumsförderlich ist. Wenn man Handelsvorteile und die Realeinkommenseffekte aus Direktinvestitionen bzw. Innovationen verknüpft und zudem transatlantische makoökonomische Interdependenzeffekte einbezieht, dann ergibt sich ein realer Einkommensgewinn von etwa 2% für Deutschland bzw. die EU. Das ist deutlich höher als die Einschätzung der Europäischen Kommission im offiziellen TTIP-Bericht. Der hier entwickelte Ansatz hat weitegehende Implikationen für die Analyse „tiefer“ regionaler Integrationsprojekte wie TPP und TTIP.     

 

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